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Wahlabend im Reichstag am 18. September 2005, 17 Uhr: Journalisten und
Politiker diskutieren bei den Fernsehsendern Prognosen. 18 Uhr: Schließung
der Wahllokale und erste Hochrechnungen. 20 Uhr 30: erste Ergebnisse, die
auf Stimmauszählungen in ausgewählten Wahlkreisen beruhen. Von da an
jede Minute aktualisierte Wahlergebnisse: das IVU-Wahlsystem des
Bundeswahlleiters macht's möglich.
Das IVU-System steuerte fehlerfrei den gesamten Wahlprozess nach der
Auszählung der Stimmen. Es erfasste zunächst bei den sechzehn Landeswahlleitern
die Ergebnisse aller 299 Wahlkreise und führte sie über verschlüsselte und
gesicherte Verbindungen zentral zusammen. Nach diversen Plausibilitätskontrollen
berechnete es die Sitzverteilung des 16. Deutschen Bundestages und ermittelte automatisch alle gewählten Kandidaten. Gleichzeitig waren die Wahlergebnisse im Internet verfügbar.
Der Bundeswahlleiter setzte im Jahr 2002 erstmals ein automatisches
Wahlabwicklungssystem ein, das von der IVU in Kooperation mit dem
Statistischen Bundesamt entwickelt worden war. Das gleiche System, das sich
inzwischen auch bei den Wahlen zum EU-Parlament 2004 bestens bewährt hat,
kam auch bei den Bundestagswahlen 2005 wieder zum Einsatz. Außerdem nutze
es das Saarland auf Landesebene. Letzteres war mit der Auswertung der Stimmen
prompt am schnellsten: Das Saarland meldete seine Daten bereits nach zweieinhalb
Stunden abschließend nach Wiesbaden. Bundesländer ohne IVU-System brauchten dafür mehr als vier Stunden länger.
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