Barrierefreies Routing im ÖPNV
Von Dipl.-Kfm. Axel Mulitze, Hofheim; Dipl.-Wirt.-Ing. Alexander Pilz, Jörg Franzen M.A., Berlin; Bert Lange, Frankfurt am Main
Barrierefreies Routing im ÖPNV Datenerhebung und Datenmanagement im Projekt BAIM
Damit Personen mit körperlichen Behinderungen, aber auch Personen mit Kinderwagen, werdende Mütter oder gebrechliche Menschen aktiv und selbständig am öffentlichen Personenverkehr teilnehmen können, wurde das Projekt BAIM im Herbst 2005 ins Leben gerufen. BAIM steht für die Entwicklung von Informationsdiensten für mobilitätseingeschränkt Reisende im öffentlichen Personennahverkehr und stellt bereits vor Reiseantritt alle relevanten Informationen – zum Beispiel
über das Vorhandensein und die tagesaktuelle Einsatzbereitschaft von Aufzügen – zur Verfügung.
Im Fokus des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekts stand die Erhebung und Bereitstellung von Daten als Basis für eine barrierefreie Fahrplanauskunft. Im ersten Schritt des Projekts mussten daher alle relevanten Daten in den Regionen der Projektpartner – dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) – gesammelt werden. In beiden Erhebungsbieten wurden an mehr als 2650 Stationen und Haltestellen die örtlichen Gegebenheiten erfasst, die zum Erreichen des Fahrzeugs relevant sind: Fußwege, Treppen, Rampen, Rolltreppen, Türen oder aber Aufzüge. Ebenso detailliert wurden unterschiedliche Höhenniveaus dokumentiert, die für mobilitätseingeschränkt Reisende über Einrichtungen wie Rampen oder Aufzüge zwar zu überwinden sind, aber die Umsteigewege und –zeit beeinflussen können. Auch Daten zu den auf den Strecken eingesetzten Fahrzeuge wurden festgehalten, da deren Einstiegshöhe oder Anzahl an Rollstuhlstellplätzen variieren kann. Auf Grundlage all dieser Daten errechnet die Fahrplanauskunft, ob und in welchem Umfang eine bestimmte Strecke von mobilitätseingeschränkten Personen genutzt werden kann.
Erfasst und verwaltet wird diese Vielzahl an Information von infopool – einem von der IVU für die Integration und Verwaltung großer Fahrplandatenmengen unterschiedlichster Herkunft entwickeltes System. Unter der Leitung von Jörg Franzen wurde das Datenmanagementsystem im Rahmen von BAIM erweitert. Die zusätzlichen Daten zur barrierefreien Information wurden neben denen zur Standardauskunft eingepflegt – und zwar in einer gemeinsamen Datenbank. Trotzdem wird die Routensuche durch das Mehr an Information nicht spürbar langsamer. Denn anstatt bei jeder Suche alle Daten auszuwerten, verwendet das System zuvor errechnete Suchattribute.
Im vorliegenden Artikel wird detailliert auf die Erhebung, Verwaltung und Aufbereitung der für die Dienste benötigten Daten eingegangen. Den vollständigen Artikel können Sie als PDF downloaden.
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